Zylinderkopf
Im PKW-Bereich wird der Zylinderkopf aus Aluminiumlegierungen gegossen. Je nach Motorkraftstoff unterscheiden sich Aufbau und zu bearbeitende Merkmale. Der Zylinderkopf wird auf das Zylinderkurbelgehäuse aufgesetzt und ist für die Kraftstoff- und Frischluftversorgung zuständig. Aufgrund seiner hohen Qualitäts- und Toleranzanforderungen ist er für die Zerspanung die anspruchsvollste Komponente in der Motorenfertigung. Durch präzise Ventilsteuerung und minimale Reibungsverluste der Nockenwellenlagerung wird der Kraftstoffverbrauch und Emissionsausstoß bereits vor dem Verbrennungsvorgang verringert.
1. Ventiltrieb
Prozessbedingungen
- Hochgenaue Anforderungen an Form- und Lagetoleranzen
- Zylindrizität 10 μm
- Durchmessertoleranz 15 μm
- Koaxialität von Ventilsitz zu Ventilführung
- Rundheiten < 8 μm
- Winkeltoleranzen am Ventilsitzring im μm-Bereich
- Materialien mit hoher Verschleißfestigkeit am Ventilsitzring
- Höchste Prozesssicherheit und Wiederholgenauigkeit
Grundbohrung
1. Vorbearbeitung
PKD-Aufbohrwerkzeug
- Kurzes, stabiles Werkzeugdesign für höchste Positionsgenauigkeit.
2. Fertigbearbeitung
PKD-Aufbohrwerkzeug
- Mehrschneidiges Werkzeugkonzept für kurze Prozesszeiten.
Ventilsitz / Ventilführung
3. Vorbearbeitung
Pilot-Werkzeug
- Kurzes, stabiles Werkzeug gewährleistet höchste Positionsgenauigkeit für das nachfolgende Finish-Werkzeug.
4. Fertigbearbeitung
Finish-Werkzeug
- Hochgenaue Fertigbearbeitung mit einstellbarem Feinbohrwerkzeug mit EA-System und schnell wechselbarer Ventilführungsreibahle.
2. Injektorbohrung
Prozessbedingungen
- Sehr große Stufensprünge >10 mm
- Kritische Spanabfuhr aufgrund von Bauteilkontur
- Schwankende Gusssituationen
- Oberflächenanforderungen bis zu Rz 4
- Durchmessertoleranzen im Bereich von H7
- Unterschiedlichste Konturausführungen mit mehreren eng
- tolerierten Radien und Fasen (± 0,1 mm)
3-stufiger Prozess für höchste Prozesssicherheit
1. Vorbearbeitung
PKD-Aufbohrwerkzeug
- Mehrstufiges Voll- und Aufbohrwerkzeug mit gelöteten PKD-Schneiden und speziellen Spanräumen für beste Spanabfuhr.
2. Semi-Finish-Bearbeitung
VHM-Stufenbohrer
- Spezielle Schneidengeometrie und Spiralisierung für besten Spanbruch und Spanabfuhr.
3. Fertigbearbeitung
PKD-Stufenreibahle
- Mehrschneidige Stufenreibahle mit gelöteten PKD-Schneiden, spezieller Schneidengeometrie und erweiterten Spanräumen für beste Spanabfuhr.
2-stufiger Prozess für höchste Produktivität
1. Vorbearbeitung
PKD-Aufbohrwerkzeug mit wechselbarem VHM-Bohrer
- Maximal nutzbare Werkzeugstandmenge der PKD-Schneiden durch separat wechselbare Vollbohrstufe.
2. Fertigbearbeitung
PKD-Stufenreibahle
- Mehrschneidige Stufenreibahle mit gelöteten PKD-Schneiden und erweiterten, polierten Spanräumen für beste Spanabfuhr.
3. Nockenwellenlagerbohrung
Prozessbedingungen
- Zylindrizität (15 μm auf 100 mm)
- Rundheit < 5 μm
- Durchmessertoleranzen von 15 - 20 μm
- Oberflächenqualitäten von < Rz 5 μm
- Mehrfaches Anschneiden durch unterbrochenen Schnitt
- Werkzeuge mit sehr hohem Längen-Durchmesser-Verhältnis
Höchste Produktivität durch One-shot-Lösung
1. Vor- und Fertigbearbeitung
Reihenbohrstange
- One-shot-Bearbeitung mit sehr guter Bohrungsgeradheit durch zusätzliche Lagerung mit Wälz- oder Gleitlager.
Höchste Prozesssicherheit durch 2-stufigen Prozess
1. Vorbearbeitung
Feinbohrwerkzeug
- Leistengeführtes Feinbohrwerkzeug mit einfach einstellbaren HX-Wendeschneidplatten.
2. Fertigbearbeitung
Feinbohrwerkzeug
- Leistengeführtes Feinbohrwerkzeug mit Wendeschneidplatten – mit einfacher Schneideneinstellung und zusätzlicher Vorschneidstufe für höchste Qualitätsanforderungen.
4. Wasserstopfenbohrung
Prozessbedingungen
- Oberflächenqualität Ra < 16 μm
- Rundheit 0,05 mm
- Durchmessertoleranz H7
- Positionsgenauigkeit
Wasserstopfenbohrung
Semi-Finish-Bearbeitung
PKD-Stufenaufbohrwerkzeug
- Kurzes, kompaktes Werkzeugdesign für höchste Werkzeugstabilität.