Pleuel
Pleuelstangen unterliegen im Motorbetrieb hohen dynamischen Belastungen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, kommen hochfeste Stahlwerkstoffe wie 70MnVS4 oder C70 zum Einsatz. Ihre Aufgabe: Die lineare Bewegung des Kolbens in eine rotierende Bewegung der Kurbelwelle umzuwandeln. Um die bewegte Masse zu minimieren, werden Pleuelstangen konsequent gewichtsoptimiert. Das Ergebnis ist eine große Variantenvielfalt – von Parallel über Trapez- bis hin zu Stufenformen. Diese Vielfalt stellt insbesondere bei der Bearbeitung des kleinen Pleuelauges hohe Anforderungen an die Fertigung. Unterschiedliche Geometrien führen zu variierenden Anbohrsituationen, die präzise und wirtschaftlich gelöst werden müssen. In der Serienproduktion steht dabei die Wirtschaftlichkeit im Fokus. Die hohen Stückzahlen erfordern stabile Prozesse, kurze Taktzeiten und maximale Werkzeugstandzeiten.
1. Kleines Auge
Prozessbedingungen
- An- und Aufbohrsituationen aufgrund der unterschiedlichen Pleuelformen
- Oberflächenanforderungen von maximal Ra 0,8 μm
- Durchmessertoleranzen von 6 μm
- Rundheiten von 5 - 10 μm
- Teilweise bestimmte Bohrungsformen wie z. B. Trompetenform
Für jede Anforderung die richtige Lösung
1. Vorbearbeitung
WP-Vollbohrer
- Kurzes, stabiles Werkzeugdesign ermöglicht Vollbohren, Aufbohren und beidseitiges Anfasen mit nur einem Werkzeug.
2. Semi-Finish- und Fertigbearbeitung
Feinbohrwerkzeug
- Vorschneidstufe für maximale Standmenge und für höchste Qualitätsanforderungen der Feinbohrstufe.
ODER
HPR-Wechsel-kopfreibahle
- Mehrschneidiger, nachschleifbarer Wechselkopf für kurze Prozesszeiten und hohe Standmengen.
Für jede Kontur die richtige Lösung
3. Fertigbearbeitung
Feinbohrwerkzeug
- Vorschneidstufe und einstellbare WP-Fertigbearbeitungsstufe für höchste Qualitätsanforderungen und maximale Standmenge.
ODER
Aussteuerwerkzeug
- Vorschneidstufe für maximale Standmenge und für höchste Qualitätsanforderungen der Feinbohrstufe.
2. Großes Auge
Prozessbedingungen
- Verschleißfestes Hartmetall an der Crackkerbe
- Unterschiedliche Aufmaßsituationen
- Höchste Qualitätsanforderungen an die Bohrungsgeometrie
- Rundheiten von 5 - 8 μm
- Durchmessertoleranzen von 10 μm
- Definierte Oberflächenwerte von ~ Rz 6 μm bis Rz 11 μm.
1. Vorbearbeitung
Schruppenwerkzeug
- Stabiles, mehrschneidiges Werkzeugdesign für die Kombination mehrerer Prozessschritte (Schruppen, Aufbohren, Fasen).
2. Fertigbearbeitung
Feinbohrwerkzeug
- Auf- und Feinbohren für definiertes Aufmaß, maximale Standmenge und höchste Qualitätsanforderungen.
3. Schraubenkopfauflage / Schraubenbohrung
Prozessbedingungen
- Positionsgenauigkeit von +/-0,10 mm
- Oberflächenanforderung Ra 3,2 μm
- Konzentrizität 0,20 mm
- Durchmessertoleranzen 0,05 mm - 0,10 mm
- Bohrungsausführung mit mehreren Stufensprüngen
- Schwer zerspanbare Materialen mit zusätzlich hart geschmiedeter Außenhaut
1. Stechen/Fräsen
VHM-Fräswerkzeug
- Über Mitte schneidende Stirngeometrie zum Fräsen und Stechen der Auflageflächen.
2. Vor- und Fertigbearbeitung
VHM-Stufenbohrer
- Mehrstufiges One-shot-Design mit optimalem Spänebruch an den Aufbohrstufen.