Zylinderkurbelgehäuse
Das Zylinderkurbelgehäuse, auch Motorblock genannt, ist das zentrale Element des Verbrennungsmotors. Je nach Fahrzeugmodell und Motorgröße gibt es verschiedene Bauarten und Größen, vom 2-Zylinder Reihenmotor bis zur 12-Zylinder-Motor in V-Anordnung. Aufgrund des Gewichtsvorteils werden im Automobilbereich überwiegend Aluminiumlegierungen verwendet. Dies erfordert bei der Zylinderbohrung die Verwendung von Gussbuchsen oder verschleißfesten Beschichtungen, um eine hohe Laufleistung zu gewährleisten. Bei der Zerspanung kommt es häufig zu Mischbearbeitungen aus Aluminium und Guss sowie dem Einsatz äußerst abrasiver Beschichtungen. Durch die erhöhten Verbrennungsdrücke moderner Motoren steigen die mechanischen und thermischen Belastungen, was zu höheren Qualitätsanforderungen der zu bearbeitenden Merkmale führt.
Kernmerkmale
1. Zylinderbohrung
Prozessbedingungen
- Schwankende Guss- und Aufmaßsituationen
- Teilweise werden verschleißfeste Beschichtungen (LDS-Schicht) in die Bauteile integriert
- Teilweise Mischbearbeitungen durch den Einsatz verschiedener Werkstoffe
-> Aluminium Kurbelgehäuse und Grauguss Zylinderlaufbuchse - Schwer zugängliche Bearbeitungen aufgrund der Bauteilgröße
- Durchmessertoleranz vor dem Honen bis zu 40 μm
Grundbohrung
1. Vorbearbeitung
Aufbohrwerkzeug
- Stabile und wirtschaftliche Werkzeugauslegung mit Wendeschneidplatten und einfach einstellbaren Kurzklemmhaltern auch für schwankendes Bauteilaufmaß.
2. Fertigbearbeitung
Feinbohrwerkzeug mit EA-System
- Mehrschneidiges, kompaktes Werkzeugdesign für höchste Vorschubgeschwindigkeiten und einfaches Einstellen.
Zylinderlauffläche mit Buchse
3. Fertigbearbeitung
Kompensationswerkzeug (Bearbeitungszentrum)
- Schneidenkompensation über stirnseitige Verzahnung automatisch und direkt in der Maschine umsetzbar. Schneidenabhebung durch Positionsversatz und spezielles Werkzeugdesign ermöglichen kontaktfreien Rückzug.
ODER
Aussteuerwerkzeug (Sondermaschine)
- Je nach Maschinentyp werden über eine Zugstange, eine Verstellspindel oder einen Drehantrieb die Schneiden definiert ein- und ausgesteuert. Dies ermöglicht einen kontaktfreien Rückzug sowie eine exakte Nachjustierung der Schneide.
Zylinderlauffläche
4. Honfreigang
Zirkularfräser (Bearbeitungszentrum)
- Mehrschneidige Werkzeugauslegung mit höchster Flexibilität bei der Auswahl der Wendeschneidplatten.
ODER
Aussteuerwerkzeug (Sondermaschine)
- Definiertes Aussteuern der Schneiden durch Zug-/Druckstange. Flexibler Konturzug möglich.
2. Wasserpumpenbohrung
Prozessbedingungen
- Mehrstufige Bohrung mit definierten Radiusübergängen
- Durchmessertoleranzen im Bereich H8
- Rundheiten von 10-20 μm
Semi-Finish-Bearbeitung
PKD-Stufenaufbohrwerkzeug
- Optimierte PKD-Schneidengeometrie für kontrollierten Spanbruch und mit wechselbarem VHM-Bohrer zur effizienten Nutzung der Schneidkanten an den Aufbohrstufen.
3. Kurbelwellenlagerbohrung
Prozessbedingungen
- Hohe Koaxialität der einzelnen Lagerstege zueinander
- Mehrfaches Anschneiden durch unterbrochenen Schnitt
- Mischbearbeitung bei der Fertigbearbeitung durch die Lagerschalen
- Durchmessertoleranzen von 0,2 mm
- Oberflächenangaben von Rz 3,2 μm
- Rundheit <3 μm
Höchste Produktivität durch One-shot-Lösung
Vor- und Fertigbearbeitung
Präzisions-Reihenbohrstange
- Beste Koaxialität am Bauteil durch zusätzliche Lagerung gegenüber der Maschinenspindel, auch bei großen Bauteillängen.
Höchste Prozesssicherheit durch 2-stufigen Prozess
Vor- und Fertigbearbeitung
Feinbohrwerkzeuge
- Vorschneidstufe und zusätzliche Micro-Zerspanung an der Finish-Stufe für höchste Qualitätsanforderungen und Prozesssicherheit.